Egbert van der Wouden
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Erdgas ist weltweit eine der wichtigsten Energiequellen für den privaten und industriellen Gebrauch. Die jüngsten Trends in der Energieversorgung haben aber überall auf der Welt zu Veränderungen in der Zusammensetzung des gelieferten Gases geführt. Aufgrund dieser Veränderungen wird es immer wichtiger, die Zusammensetzung dieses Gases zu messen. Vor allem bei kleineren Verbrauchsstellen hat sich dabei ein großer Bedarf an Inline-Messtechnik entwickelt.

So wurde beispielsweise in den Niederlanden in den 1950er Jahren ein großes Erdgasvorkommen bei Slochteren entdeckt, das viele Jahrzehnte lang eine stabile und konstante Quelle lieferte. Die Produktion aus dem Feld Slochteren ist jedoch rückläufig und wird 2030 eingestellt. Daher muss das Gasnetz mit Gas aus verschiedenen Quellen versorgt werden, deren Zusammensetzung sehr unterschiedlich sein kann.

Erdgas

Was Erdgas aus allen Quellen gemeinsam hat, ist, dass es zum Großteil aus Methan besteht. In der Regel liegt der Methangehalt zwischen 75 und 99%. Der Rest der Mischung besteht typischerweise aus höheren Alkanen, wie Ethan und Propan, und Anteilen von Stickstoff und Kohlendioxid. Die genaue Zusammensetzung hängt von der Quelle des Gases ab, so dass sich die Zusammensetzung und die Eigenschaften des Erdgases ändern, wenn ein Gasversorgungsnetz mit Gas aus einer Vielzahl verschiedener Quellen gespeist wird. Darüber hinaus tragen andere aktuelle Faktoren zu den Schwankungen in der Zusammensetzung bei.

Biogas und andere erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien werden zunehmend wichtiger und damit auch der Einsatz von Biogas als Methanquelle. Biogas aus erneuerbaren Energiequellen in Biogasanlagen kann nach entsprechender Aufbereitung in das Netz eingespeist werden. Die Zusammensetzung des Biogases hängt jedoch vom Ausgangsmaterial ab, das nicht immer gleich ist und zusätzlich auch jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt. Wenn Sie mehr über die die Aufbereitung von Biogas wissen möchten, lesen Sie unseren Blogbeitrag von Dr. Jens Rother (Rubolab) über Testsysteme zur Aufbereitung von Biogas.

Ein weiterer wichtiger Trend ist Power to Gas (Strom zu Gas oder P2G); hier wird Strom, der aus erneuerbaren Quellen wie Sonne oder Wind erzeugt wird, zur Erzeugung eines Gases als Energieträger genutzt. Dies kann Wasserstoff sein, der durch Elektrolyse erzeugt wird, oder synthetisches Methan durch Kombination von Kohlendioxid und Wasserstoff aus der Elektrolyse.

Ein wichtiger Faktor bei erneuerbaren Energien ist allerdings das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Wie Sie sich vorstellen können, wird Solarenergie nur tagsüber produziert. Die Überführung von elektrischer Energie in chemische Energie durch die Erzeugung brennbarer Gase und deren Einspeisung in das nationale Netz kann dazu beitragen, dieses Ungleichgewicht auszugleichen, indem die große Pufferkapazität der verfügbaren Gasnetze genutzt wird. Jüngste Forschungen in den Niederlanden haben gezeigt, dass das derzeitige Gasnetz in den Niederlanden mit relativ begrenzten Modifikationen mehrere zehn Prozent Wasserstoff aufnehmen kann.

All diese Faktoren führen zu zunehmenden Veränderungen der Gaszusammensetzung im Netz. Zusammensetzung und Qualität sind stark korreliert; steigende Mengen an Inertgasen wie Stickstoff oder Kohlendioxid reduzieren die bei der Verbrennung entstehende Energiemenge, auch Brennwert genannt. Das Vorhandensein von Wasserstoff im Erdgas kann die Flammeneigenschaften wie Temperatur und Flammgeschwindigkeit stark verändern. All diesem muss zukünftig Rechnung getragen werden.

Bestimmung der Zusammensetzung

Bei sich ändernden chemischen Zusammensetzungen wird es immer wichtiger, den Brennwert und die Komponenten zu messen. Mit nur einem einzigen Einspeisepunkt genügte eine Messung, um die Zusammensetzung im nachgelagerten Netzwerk zu analysieren. Im heutigen Netz sind die Netze stärker miteinander verflochten und haben mehrere Stellen, an denen Gase gemischt werden. An jedem Einspeisepunkt ist es deswegen notwendig, die Zusammensetzung zu messen, nicht nur für die Qualitätskontrolle, sondern auch für steuerliche Zwecke. Auf diese Weise können die Lieferanten sicherstellen, dass die Verbraucher die Qualität erhalten, die sie benötigen, und die Verbraucher bezahlen nicht für das erhaltene Volumen, sondern für den Brennwert des Gases.

Der aktuelle Standard für die Bestimmung der Gasqualität ist die Gaschromatographie; dieses Verfahren ist sehr genau, aber auch langsam und teuer. Alternative Methoden wie die Kalorimetrie sind ähnlich teuer und haben außerdem einen relativ hohen Platzbedarf, was die Implementierung in kleinen Anlagen erschwert. All dies führt zu einem Bedarf an Messtechnik, die sowohl inline als auch in kleinen Anwendungen eingesetzt werden kann. Dies erfordert Sensoren, die kompakt und kostengünstig und vorzugsweise die Zusammensetzung messen können.

Neue Lösung für die Messung der Gaszusammensetzung

In Zusammenarbeit mit:

  • TNO (Niederländische Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung),
  • Venne Electronics (ein niederländischer Anbieter von Elektronikprodukten) und
  • den niederländischen Gasnetzbetreibern Alliander und Gasunie,

entwickelt Bronkhorst eine Lösung zur Messung der Gaseigenschaften, die in vielen Anlagen für ein breites Anwendungsspektrum installiert werden kann.

Sensorkonzept mit Schutz-Cover

Das Funktionsprinzip des Konzepts basiert auf der bevorzugten Adsorption von Gaskomponenten auf Beschichtungen, die auf interdigitale Elektrodenstrukturen aufgebracht werden. Die Adsorption ist proportional zur Komponentenkonzentration und führt zu einer Änderung der elektrischen Eigenschaften, die als Kapazitätsänderung der Beschichtung erkannt werden kann.

DIE Sensor mit interdigitalen Elektroden und Beschichtung

Derzeit wird das Konzept im niederländischen Erdgasnetz in enger Zusammenarbeit mit den Netzbetreibern und Projektpartnern Alliander und Gasunie getestet.

Bestimmung der Methan-Konzentration mit neuem Sensorkonzept und chromatographisch

Basierend auf den gemessenen Komponenten, die an den verschiedenen Beschichtungen erkannt wurden, kann der Brennwert basierend auf der Konzentration der gemessenen Komponenten berechnet werden. In Kombination mit dem integrierten Druck- und Temperatursensor können weitere Schlüsselparameter für die Charakterisierung von Erdgas wie Wobbe-Index, Propanäquivalent oder Verbrennungsluftbedarf bestimmt werden.

Durch die Verwendung dieser Parameter als Input für ein Steuerungssystem können Anwender ihre Prozesse optimieren, um die Effizienz zu steigern, Schadstoffe zu reduzieren oder die Belastung zu steuern. Zum Beispiel in Prozessen wie:

  • Überwachung der Gasqualität im nationalen Netz
  • Prozesskontrolle bei der Produktion von Biogas/Synthetischem Gas
  • Motorsteuerung für Gasmotoren und Brenner

Aber wir dürfen natürlich den Sicherheitsaspekt auch nicht aus den Augen verlieren, schließlich kann der Mensch keine der Komponenten von Erdgas riechen. Damit wir Gaslecks wahrnehmen können, wird schon lange eine Odorierungssubstanz zugesetzt. Deswegen riecht es nach Gas. Erfahren Sie mehr in unserem Blog „Hier riecht es nach Gas".

Dr. Angela Puls
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Das neue Jahr ist nicht nur eine Zeit der Vorsätze, sondern auch des Nachdenkens. Wir freuen uns sehr, dass unsere Blogs so gut ankommen! Im vergangenen Jahr gab es viele interessante Geschichten aus den unterschiedlichsten Branchen zu erzählen. Unsere Kollegen von Bronkhorst haben ebenso unsere Gast-Blogger haben Ihnen Wissenswertes aus der Welt des Massendurchflusses berichtet.

Ich möchte Ihnen unsere Top 5 der spannendsten und meistgelesenen Blogs von 2017 vorstellen.

  1. Das riecht hier nach Gas- Sicherheit durch Odorierung für Gasverbraucher:
    Wir alle kennen den typischen Gasgeruch, aber genau dieser Geruch wird künstlich erzeugt, damit wir austretendes Gas auch wahrnehmen können. Ein interessantes Thema nicht nur für Fachleute, schauen Sie mal rein.

  2. Bestimmung kleiner Volumenströme mit Ultraschallwellen - der neue ES-FLOW: Im Sommer 2017 haben wir unser Ultraschall-Durchflussmessgerät ES-FLOW™ zur Messung und Regelung von Flüssigkeitsvolumenströmen auf den Markt gebracht. In Zusammenarbeit mit TNO (niederländische Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung) haben wir dieses Gerät mit Ultraschallwellentechnologie entwickelt. Ausführlichere Informationen zu diesem Thema finden Sie in diesem Blogbeitrag.

  3. Nutzen Sie schon FLUIDAT? Unser Online-Berechnungstool zur Berechnung von Fluideigenschaften in der Massendurchflussmessung und -regelung: FLUIDAT ist das ultimative Tool zur Berechnung der Fluideigenschaften unserer Massenduchflussregler und -messer für Gase und Flüssigkeiten. Seit langem gibt es Literatur zu Fluideigenschaften in Form von Handbüchern, Graphen und Tabellenwerken sowie online verfügbare Daten. Mit FLUIDAT haben Sie direkten Zugriff auf die verfügbaren Daten tausender von Fluiden und Mehrkomponentengemischen. Registrieren Sie sich gleich kostenfrei für Ihren Online-Zugriff auf FLUIDAT!

  4. 5 Gründe für das CTA-Prinzip: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Massendurchfluss von Gasen messtechnisch zu erfassen. Das CTA-Prinzip ist hervorragend geeignet für die Messung und Regelung von industriellen Gas-Anwendungen.

  5. Massenspektrometrie und und Massendurchfluss: Die Massenspektrometrie ist eine der wichtigsten Analysetechniken im Laborbereich. Unser Kollege Rob ten Haaft stellt die Technik vor und erklärt, worauf es bei der Reglung von Gasen im Analysengerät ankommt.

Und last but not least möchten wir unsen Gast-Bloggern danken, die ihr Wissen und spannende Applikationen mit uns geteilt haben.

Frank Nijsen (Qirem Medical), Bram de la Combé (Green Team Twente), Maarten Nijland (Veco B.V.), Jens Rother (Rubolab GmbH) und Kees Jalink (Netherlands Cancer Institute).

HappyNewYear

Chris King
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Seit über 35 Jahren bringt Bronkhorst® revolutionäre Flow-Technologien auf den Markt. Im heutigen Blog möchte ich Ihnen das konstant-Temperatur-Anemometrie-Messprinzip (CTA) anhand des Beispiels MASS-STREAM™ erklären. Dieses Gerät basiert auf dem CTA-Messprinzig der thermischen Massendurchflussmessung, jedoch funktioniert es in diesem Bereich etwas anders als die herkömmlichen Messgeräte. In diesem Blogartikel beschreibe ich, wie genau dieser thermische Massendurchflussmesser arbeitet und wie er sich von den konventionellen Messgeräten und deren Anwendungen unterscheidet. Außerdem erkläre ich auch was genau die MASS-STREAM™ Technologie auszeichnet.

Was ist ein konventioneller CTA-Massendurchflussmesser?

Der thermische Massendurchflussmesser arbeitet mit einem Sensor, der mit Sonden versehen ist, welche in den Gasstrom eingesetzt werden. Dadurch stehen sie im direkten Kontakt mit dem strömenden Gas. Einer der beiden Sensoren ist als Heizelement entworfen worden und der andere als Temperatursensor. Wenn das Gerät eingeschaltet ist, wird konstant eine Temperaturdifferenz zwischen den beiden Sensoren erzeugt. Die Energie, welche für das Heizelement benötigt wird um die Temperaturdifferenz aufrecht zu halten, hängt von dem Massendurchfluss ab. Das Wirkungsprinzip basiert auf der Kingschen Regel und dem Verhältnis von der Durchflussmasse und der benötigten Wärmeenergie. Je höher also der Durchfluss, desto mehr Energie wird benötigt um die Temperaturdifferenz aufrechtzuhalten.

Ein konventioneller CTA-Massendurchflussmesser ist folgendermaßen aufgebaut: Die langen Sonden werden dabei in die Rohrwand durch die Verbindungsschnittstelle, also einem Loch, eingesetzt. Der „Kopf“ des Gerätes befindet sich somit an der Außenseite des Rohres.

Gemeinsame Merkmale der (CTA) thermischen Massendurchflussmessgeräte bestehen darin, dass sie keine beweglichen Teile besitzen, bei einem Druckabfall im Gerät wird so kein zusätzlicher Temperatur – oder Druckausgleich benötigt.

Wo werden konventionelle Konstant-Temperatur-Anemometer (CTA) thermische Massendurchflussmesser eingesetzt?

Wie Sie sich vielleicht vorstellen können, kommen die Messgeräte bei Prozessen zum Einsatz bei denen Gase in Rohrleitungen strömen. Eine robuste Bauweise, keine beweglichen Teile und ein geringer Druckabfall sind vorteilhaft um Gasströme in folgenden Industrien zu messen: Midstream Öl & Gastätigkeiten, vorgelagerte Öl- und Gastätigkeiten, Abwasserbehandlung und Stahl.

Die Prozessarten bei denen Durchflussmessgeräte benutzt werden, schließen Anwendungen mit Methan, Propan, Argon, komprimierter Luft, Kohleemissionen, Kohlenstoffdioxid, Ammoniak und weitere Gase ein.

Normalerweise sind CTA thermische Massendurchflussmesser eine gute Wahl, wenn das Risiko besteht, dass das Gas verunreinigt ist oder Feuchtigkeit beinhaltet, da diese Durchflusstechnologie bei Kontamination weniger sensibel reagiert als andere thermische Messverfahren.

Bildbeschreibung

MASS-STREAM™ Massendurchflussmesser

Auch der MASS-STREAM™ Durchflussmesser/-regler selbst basiert auf der CTA thermischen Massendurchflusstechnologie, jedoch unterscheidet er sich in einigen Punkten von den konventionellen CTA-Durchflussmessgeräten in einigen Punkten.

1. Inline-Durchflussmesser

Der MASS-STREAM™ Durchflussmesser/-regler wird nicht über eine Verbindungsschnittstelle in der Wand des Rohres installiert, denn der MASS-STREAM™ ist ein Inline-Durchflussmesser. Das bedeutet, dass das Instrument selbst über die zwei Enden des Rohres oder einer kleineren Rohrleitung verbunden ist und somit effektiv Teil davon ist.

Im Gegensatz zu den konventionellen CTA thermischen Massendurchflussmessgeräten, ist das MASS-STREAM™ ein kompaktes Instrument, die Hauptplatine und der Sensor befinden sich auf dem „Durchflusskörper" des Gerätes, in welchen die Sensoren eingelassen sind. Ein Inline-Durchflussgerät ermöglicht die Benutzung der CTA Technologie in Anwendungen, welche Rohre und kleinere Leitungen benötigen.

2. Durchflussmenge

Wie bereits erwähnt wird der MASS-STREAM™ Durchflussmesser/-regler in einem Rohr oder einer kleinen Leitung angebracht und kommt bei Anwendungen zum Einsatz, bei denen Gas durch kleine Leitungen fließt und somit ist die Durchflussmenge gering.

Natürlich ist „gering“ ein subjektiver Ausdruck, daher möchte ich Ihnen dies durch ein Beispiel besser erklären. Die geringste Durchflussmenge des MASS-STREAM™ liegt bei 10-200 mln/min, wiederum messen die Messgeräte dieser Gruppen auch Werte bis zu 5.000 ln/min.

3 . Regelung

Wahrscheinlich besteht der größte Unterschied zwischen dem MASS-STREAM™ und der konventionellen CTA-Massendurchflusstechnologie darin, dass der MASS-STREAM™ nicht nur als Messgerät (wie die anderen Geräte), sondern auch als thermischer Massendurchflussregler eingesetzt werden kann.

Der thermische Massendurchflussregler MASS-STREAM™ ist ein vollständiger Regelkreis. Er misst den Gasstrom, nutzt einen integrierten PID Algorithmus und stellt ein Kontrollsignal zu einem elektrisch und mechanisch verbundenen Kontrollregler bereit. Alles was zur präzisen Regelung des Gasflusses benötigt wird, ist ein Sollwertsignal.

Es ist also ein kompletter Regelkreis, der in eine Hand passt.

MASS-STREAM Durchflussmesser

Zusammenfassung

Während andere thermische Massendurchflussmesser (CTA) den Anwendungen, für die sie am besten geeignet sind, gut dienen, sind keine für niedrige Durchflüsse oder als ein kompletter Regelkreis wie der MASS-STREAM ™ ausgelegt. Die Anwendung dieser Technologie reicht somit von der Prozessindustrie und der Lebensmittelindustrie bis hin zur Pharmazie, Chemie und Medizin. Dabei stellen diese Bereiche nur einige Beispiele dar, denn auch in anderen Branchen findet die MASS-STREAM™-Technologie Anwendung. Die MASS-STREAM™-Technologie kann also für viele unterschiedliche Gase oder Gasgemische eingesetzt werden, dabei garantiert sie eine präzise Regelung und ist sehr kompakt und robust.

In unserem Blog „Gasverbrauchsmessungen in der Medizin – ein Hilfsmittel zur kosteneffizienten Nutzung von medizinischen Gasen in Krankenhäusern“ wird die Anwendung der MASS-STREAM™ Technologie in der medizinischen Industrie noch genauer erklärt.

Video: Die Funktionsweise der MASS-STREAM™ Technologie

Um mehr über die MASS-STREAM™ Technologie zu erfahren und zu besprechen, ob es das richtige Messgerät für Ihre Anwendung ist, kontaktieren Sie uns.

Dr. Jens Rother
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Jeder industrielle Prozess hatte und hat seinen Ursprung in einem Laborversuch. Die Abbildung von bereits bekannten industriellen Verfahren im kleineren Maßstab gewinnt zunehmende Bedeutung. Parameterstudien an Laborsystemen erlauben die effiziente Auslegung neuer Systeme, sowie die Optimierung bereits bestehender Industrieanlagen. Neben der eigentlichen „Ausbeute“, wie es bei den Chemikern genannt wird, rücken auch Parameter wie Energie- und Kosteneffizienz und Umweltverträglichkeit wie die Vermeidung von Abfällen immer mehr in den Fokus.

Substanzen für die Reinigung von Biogas

Druckwechseladsorptionsanlagen (PSA) beispielsweise nutzen Adsorptionsprozesse zur Aufbereitung von Bio- oder Erdgas. Dabei wird die bevorzugte Adsorption von Kohlendioxid (CO2) an Zeolithen oder kohlenstoffbasierten Sorbentien ausgenutzt, um hochreines Methan zu erzeugen. Dieses Methan kann u.a. in Blockheizkraftwerken zur Energieerzeugung verwendet werden und bietet eine Alternative zu anderen fossilen Brennstoffen. Gerade im Bereich der Druckwechseladsorption werden fortwährend neue Materialien entwickelt, welche durch optimierte sorptive Trenneigenschaften eine höhere Effizienz der Systeme versprechen. In frühen Entwicklungsstadien sind diese Materialien oft nur in sehr begrenzen Mengen verfügbar. In diesem Zusammenhang sind Untersuchungen im Labormaßstab von größter Bedeutung. Auf diese Weise kann vorab das Potential dieser Materialien und die damit verbundene Wirtschaftlichkeit der industriellen Prozesse bewertet werden.

Durchbruchsmessungen im Labormaßstab

Die Rubolab GmbH ist ein Spin-Off der Ruhr-Universität Bochum und der Firma Rubotherm und bietet ein breites Portfolio von verschiedenen Analyseinstrumenten für Sorptionsstudien. In 2012 wurde von uns das weltweit erste manometrische Screening-Instrument für Hochdrucksorption entwickelt. In den letzten Jahren haben dynamische Adsorptionsstudien immer mehr an Bedeutung gewonnen. Zur Evaluierung neuartiger Sorbentien in kleinsten Probenmengen bietet Rubolab maßgeschneiderte Laboranlagen an. Hierbei werden Hochdruckbehälter mit den zu analysierenden Materialien befüllt. Dieses Festbett wird dann mit definierten Gasflüssen unter verschiedenen Drücken beaufschlagt. Ein entsprechendes Fließbild ist der folgenden Abbildung zu entnehmen.

Rubolab Durchbruchs-Analyse

Im vorliegenden Beispiel wird die sorptive Trennung von CO2 und CH4 untersucht. Hierbei wird CO2 beim Durchströmen des Festbettes vom Material adsorbiert. Am oberen Ausgang des Adsorbers wird dabei ein hochreiner Methanstrom gewonnen. Das Festbett enthält drei verschiedene Temperatursensoren auf unterschiedlichen Höhen. Da Adsorptionsprozesse exotherm, d.h. unter Wärmeabgabe ablaufen, kann auf diese Weise die Massentransferzone (MTZ) detektiert werden. Nach Erreichen dieser Zone am Adsorberkopf wird ein Durchbruch mittels nachgeschalteter Gasanalytik registriert. Die gemessene CO2-Konzentration des Gasstromes nimmt dabei den Wert der Konzentration im Feedstrom an. In großindustriellen Systemen sollte der Adsorber zu diesem Zeitpunkt regeneriert werden. Die experimentellen Daten der Durchbruchmessung geben Aufschluss über das Adsorptionsvermögen des untersuchten Stoffes und bieten eine fundierte Grundlage für die Auslegung entsprechender Prozesse. Die hochgenaue Einstellung der Massenflüsse und die Regelung der gewünschten Staudrücke wird in diesen Systemen mit Hilfe von Massendurchflussreglern und Regelventilen der Fa. Bronkhorst sichergestellt. Insbesondere die neuste Generation der thermischen Durchflussregler, die Bronkhorst Prestige Reihe, werden in derartigen Laborsystemen verwendet.

Massendurchflussregelung und Druckregelventile

Zur hochgenauen Regelung von Massenströmen und Minderdrücken sind diese Geräte mit Bronkhorst-Massenstromregler und Druckregelventilen ausgestattet. Insbesondere Geräte der neuesten Generation von Massendurchflussreglern, die Bronkhorst EL-FLOW Prestige Serie, werden in entsprechenden Laborgeräten für hohe Präzision und Vielseitigkeit eingesetzt. In anderen Geräten, bei denen die Baugröße von großer Bedeutung ist, wird die Bronkhorst IQ+FLOW Serie verwendet, um die Vorteile der sehr kompakten Bauform und die Möglichkeit der Aufstellung kleiner Verteiler zu nutzen.

Massendurchflussregler der Baureihe EL-FLOW Prestige

EL-FLOW Prestige Massendurchflussmesser und -regler sind äußerst vielseitige Geräte mit ihrer Onboard-Datenbank für Gase und Gemische. So ist es einfach, auf sich ändernde Kundenbedürfnisse zu reagieren, ohne dass ein weiteres Gerät angeschafft werden muss, wenn sich das Prüfgas ändert. Die Prestige garantiert einen hochgenauen und reproduzierbaren Gasstrom durch eine automatische Temperaturkorrektur, neu entwickelte Sensor- und Ventiltechnik.

EL-FLOW Prestige

Massendurchflussregler der IQ+FLOW Serie

Die IQ+FLOW-Serie besteht aus ultrakompakten Massendurchflussmessern, Reglern und auch Druckreglern, die für Analysegeräte mit begrenztem Platzangebot konzipiert sind. Die integrierte Chiptechnologie ermöglicht eine schnelle Messung und Regelung bis in kleinste Mengen. 3-Kanal-Geräte für kundenspezifische Anwendungen sind ebenfalls erhältlich.

IQ+-Serie

Damit können wir von Rubolab ganz individuell auf die speziellen Anforderungen unserer Kunden eingehen und ein auf den Endanwender abgestimmtes Sorptionsinstrument konfigurieren.

Für weitere Informationen über Massendurchflussregler können Sie hier das White-Paper herunterladen:

Bitte füllen Sie das Formular aus, das Whitepaper wird Ihnen dann zum Download zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen über Rubolab finden Sie hier.